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Medizinische Informationen zur PRT

Die PRT ist dann sinnvoll, wenn konservative Maßnahmen nicht zu ausreichender Beschwerdelinderung geführt haben oder wenn bei schwerwiegenden akuten Wurzelreizsyndromen eine OP vermieden werden soll.

Wegen der millimetergenauen Einführung der Injektionsnadel lassen sich durch geringe Medikamentendosen (z. B. 1 ml Bupivacain 0,25 % als Lokalanästhetikum und Triamcinolon 10 mg als Antiphlogistikum) hohe lokale Wirkstoffkonzentrationen erreichen. Dadurch können systemische Wirkungen gering gehalten und lokale Komplikationen vermieden werden.

Ziel der Behandlung ist die Unterbrechung des Circulus vitiosus Nervenwurzelödem / zelluläre entzündliche Infiltration / lokale Entzündungsmediatoren (Prostaglandine) / Störung der lokalen Mikrozirkulation / Zunahme des Ödems. Dadurch kann oft ein dauerhaft schmerzfreier Zustand erreicht werden. Bei akuten Bandscheibenvorfällen mit inkompletten Paresen kann eine sofortige CT-gesteuerte PRT in vielen Fällen die Parese zur Rückbildung bringen. Die Therapie erfordert etwa 4 bis 6 Sitzungen mit 1 bis 2 Sitzungen pro Woche.

Die Facettenbehandlung wird bei Schmerzzuständen durchgeführt, die ihren Ursprung in den kleinen Wirbelgelenken haben und z. T. pseudoradikulär ausstrahlende Schmerzen in die Dorsalseiten der Oberschenkel und bisweilen auch der Unterschenkel verursachen. Angriffspunkt der Behandlung sind die Nervenendigungen in der Gelenkkapsel der Facettengelenke. Dabei wird zunächst Lokalanästhetikum, evtl. gemischt mit einem Corticoid, dorsal an die Gelenkkapsel injiziert. Durch vorherige Probeinjektion von Kontrastmittel wird die korrekte Verteilung der injizierten Substanz überprüft. Entsprechend dem Erfolg wird in nächster Sitzung evtl. eine Alkoholdenervation mit
96 %-igem Alkohol durchgeführt, wobei durch die Probeinjektion von Kontrastmittel sichergestellt ist, dass kein Abfließen in das Foramen intervertebrale erfolgt. In den meisten Fällen wird die Behandlung an mehreren Facettengelenken in einer Sitzung durchgeführt.

Die Erfolgsaussicht der Facettenbehandlung ist etwas geringer anzusetzen als die der periradikulären Therapie. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, daß es sich häufig um Patienten mit jahre - oder jahrzehntelang bestehenden Schmerzzuständen handelt mit entsprechender Störung des Schmerzempfindens und der Schmerzverarbeitung.

Bei der Facettenbehandlung haben sich etwa 4 -8 Therapiesitzungen als sinnvoll erwiesen.

Voraussetzungen für die CT-gesteuerte
Schmerzbehandlung und Nebenwirkungen.

Die o. g. Verfahren sind unter Berücksichtigung der Indikationsgruppen hochwirksame Behandlungen mit minimaler Nebenwirkungsrate. Die Resorption der niedrig dosierten Corticoide mit nachfolgender systemischer Wirkung sollte insbesondere bei Diabetikern beachtet werden. Eine Blutgerinnungsstörung sollte ausgeschlossen sein.

Eine Kontrastmittelallergie muss berücksichtigt werden.

Bei der PRT und der Facettenhandlung sind konventionelle Röntgen-Übersichtsaufnahmen des betroffenen Wirbelsäulenabschnittes sowie eine CT oder MRT des Lokalbefundes erforderlich. Selten kann es nach lumbaler PRT durch die Wirkung des verwendeten Lokalanästhetikums zu einer kurzzeitigen Beinschwäche kommen. Daher ist es wünschenswert, wenn der Patient nicht selber im PKW zur Behandlung kommt oder anschließend einen längeren Fußmarsch antreten muss.

Nach Alkoholinjektion können gelegentlich brennende oder dumpfe Schmerzen am Injektionsort entstehen, die (in Einzelfällen) bis zu mehreren Tagen andauern können.

Nach der Behandlung soll der Patient noch etwa 1/2 Stunde zur Überwachung in unserer Praxis verbleiben.