Sprechzeiten:
Montag bis Freitag
von 8 - 18 Uhr

Telefon: 0511 / 1237170
Telefax: 0511 / 12371727
Herzinfarktrisikoeinschätzung

Der Herzinfarkt ist in der westlichen Welt eine der häufigsten Todesursachen, insbesondere im Alter zwischen 40 und 70 Jahren. Die Ursachen für die Herzinfarkt-entstehung liegen nur zum Teil in vermeidbaren zivilisatorischen Ursachen wie Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Übergewicht und Nikotinkonsum. Eine wesentliche Rolle spielt auch das Erbgut, das die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von Risikofaktoren
wie Bluthochdruck, Fettstoffwechsel-störungen und Zuckerkrankheit beeinflusst. Daneben wurden weitere genetische Risikoprofile ausfindig gemacht.
Was kann zur Vermeidung eines Herzinfarktes getan werden?
Ein Herzinfarkt entsteht, wenn sich ein Herzkranzgefäß verschließt und dadurch ein Teil des Herzmuskels nicht mehr ausreichend durchblutet wird. Es ist heute gut möglich, Einengungen von Herzkranzarterien, von denen befürchtet werden muss, dass sie sich zu einem kompletten Gefäßverschluss verschlimmern, erfolgreich zu behandeln. Dadurch kann die Ausbildung eines Herzinfarktes dauerhaft vermieden werden.
Die genaueste Untersuchung zur Darstellung der Herzkranzarterien ist die Katheteruntersuchung mit Kontrastmitteleinspritzung direkt in die Herzkranzarterien („Koronarangiografie“) durch den Kardiologen. Da diese Untersuchung relativ aufwändig und nicht ganz risikofrei ist, ist sie den Patienten vorbehalten, die bereits Symptome aufweisen, die den dringenden Verdacht auf das Vorliegen einer Herzkranzgefäßeinengung lenken.
Diese Patienten können dann in der gleichen Sitzung oft auch gleich durch Gefäßaufweitung und Stenteinbringung behandelt werden. In den letzten Jahren wurde für die Patienten, bei denen keine wesentlichen Krankheits-symptome bestehen, eine deutlich risikoärmere Untersuchung mit der Kernspintomografie entwickelt („Herz-Stress-MR“), um relativ sicher eine wesentliche Herzkranzgefäßeinengung auszuschließen. Dabei wird untersucht, ob alle Teile des Herzmuskels bei Belastungssimulation (dazu wird das Stresshormon Adenosin über einige Minuten infundiert) genau so gut durchblutet werden wie ohne Belastung.

Sollt e kein krankhafter Befund erhoben werden, ist für
die folgenden 3 Jahre mit 99-prozentiger Sicherheit auszuschließen, dass ein Herzinfarkt auftritt, wie durch wissenschaftliche Studieneindrucksvoll belegt wurde.
Nur bei krankhaftem Befund müssten weitere Untersuchungen und Behandlungen (z. B. mittels Koronarangiografie) angeschlossen werden.Darüber hinaus sind zur Verminderung des Herzinfarktrisikos natürlich allgemeine Maßnahmen (gesunde Ernährung, Sport, nikotinfrei) und die Behandlung möglicher Risikofaktoren (siehe oben) durch den Hausarzt oder Internisten sinnvoll.