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Brust-im-Zentrum

Brustkrebsfrüherkennnung.
Ein ärztlicher Ratgeber von PD Dr. med. Jens-Holger Grunert
hier als PDF-Datei kostenlos erhältlich.


Bei Ihnen soll eine Mammographie durchgeführt werden.
Wir möchten Sie über diese Untersuchungsmethode informieren.
Die Mammographie ist ein Röntgenverfahren zur Früherkennung
von Brustkrebserkrankungen. Darüber hinaus lassen sich mit
der Mammographie auch gutartige Erkrankungen der Brust diagnostizieren. Die Mammographie ist das einzige Verfahren,
welches nachgewiesenermaßen die Sterblichkeit an Brustkrebs
deutlich (bis 35 %) reduzieren kann. Alle anderen Verfahren
konnten diesen Beweis bisher nicht erbringen.
Bei der Mammographie handelt es sich um eine Früherkennungs - und nicht um eine Vorsorgeuntersuchung. Dies bedeutet, dass nur ein bereits bestehender Krebs nachgewiesen werden kann. Die Mammographie vermag in 80% bis 90% der Fälle einen Brustkrebs teilweise im Frühstadium mit einer Größe von wenigen Millimetern nachzuweisen. Die operative Entfernung einer solchen Frühform bedeutet fast immer eine vollständige Heilung der Erkrankung.

Die Mammographie kann solche Frühformen des Brustkrebses aufgrund von feinsten Verkalkungen nachweisen, in der Regel ist es dann noch nicht zu einer Ausbreitung des Krebses in das umliegende Gewebe und zu Absiedelungen in andere Organen gekommen. Der Ultraschall der Brust weist Tumoren erst ab einem Durchmesser von etwa 5 mm nach. Das Abtasten der Brust deckt in der Regel abhängig von der Brustgröße und Brustdichte Tumoren erst ab einer Größe von 1 bis 3 cm auf. Zur Erstellung einer guten Aufnahme gehört die richtige Einstellung der Brust im Gerät. Eine Kompression der Brust Iäßt sich für ein optimales Bild und damit eine optimale Befundung nicht vermeiden. Die Kompression ist auch gleichzeitig Strahlenschutz, da das Gewebe, das von den Strahlen durchdringt werden muss, durch die Kompression dünner wird und die Strahlendosis so zusätzlich reduziert werden kann.

Sollten Sie Bedenken hinsichtlich des Untersuchungsvorganges haben, lassen Sie sich von unseren Ärzten beraten. Lassen Sie sich von den Assistentinnen leiten und versuchen Sie, bei der mammographischen Einstellung weitgehend passiv zu bleiben. Es kann also vorkommen, dass ein bestehender Brustkrebs selbst für einen erfahrenen Untersucher nicht erkennbar ist. Daher werden regelmäßige Kontrolluntersuchungen in 1-2 - jährigem Abstand, evtl. auch nach 6 Monaten empfohlen. Dies soll eine zusätzliche Sicherheit bieten. Die Strahlenbelastung durch die Mammographie bedeutet aufgrund der neueren Techniken und neuerer strahlenbiologischer Erkenntnisse im Hinblick auf den Nutzen dieser Untersuchung, wenn sie patienten - und sachgerecht durchgeführt wird, keine messbare, zusätzliche Gefahr. In den letzten 10 Jahren konnte die Dosisbelastung der Brust bei der Mammographie auf ein Zehntel gesenkt werden bei gleichzeitig besserer Bildqualität.

Um trotzdem die Strahlenbelastung für unsere Patientinnen auf einem sehr niedrigen Niveau zu halten, nehmen wir an internen u. externen Qualitätskontrollen teil. Hierbei wurde uns von der "Ärztlichen Stelle Röntgen der Ärztekammer Niedersachsen und der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen" als auch vom Berufsverband Deutscher Radiologen (Qualitätsring Radiologie) ein einwandfreies Funktionieren der Geräte, gerade auch in Bezug auf die Strahlendosis, bescheinigt. Durch eine auf freiwilliger Basis regelmäßig durchgeführte Doppelbefundung (zwei Fachärzte befunden die Mammographien unabhängig
voneinander) können wir die ärztliche Qualität der Befundung weiter steigern. Zusätzlich finden bundesweit organisierte regelmäßige Prüfungen statt. Da die Mammographie lediglich in 80% bis 90%
der Fälle einen Tumor der Brust anzeigt, bleibt ein kleinerer Prozentsatz von Tumoren, die durch die Mammographie nicht erkannten werden. Um diese diagnostische Lücke zu schließen, führen wir
ergänzend eine Ultraschalluntersuchung der Brust durch.

Diese Untersuchung steht zur Mammographie nicht in Konkurrenz, sondern ist eine ideale Ergänzung
bei jüngeren Patientinnen mit dichter Brust und bei Patientinnen mit Mastopathie. Hierdurch kann die Brustkrebs-Erkennungsrate auf 90% bis 95% gesteigert werden. In Einzelfällen kann auch die Durchführung einer Kernspintomographie sinnvoll sein. Da wir uns ausführlich Zeit für unsere Patientinnen nehmen, kann es gelegentlich zu Wartezeiten kommen. Wir bitten Sie um Ihr Verständnis. Für Anregungen zu Verbesserungsmöglichkeiten aus Ihrer Sicht sind wir jederzeit offen. Wir hoffen, dass die Untersuchung zu Ihrer Zufriedenheit verläuft und verbleiben mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlergehen.

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